EM-Tagebuch, 2. September 2011, 14.46 Uhr, Siauliai

Und wieder einmal sind Shoot around, Mittagessen und Medientermine absolviert und der stundenlange Nachmittag bis zum Spiel liegt vor uns. Wir (Elisabeth Kozlowski und Christoph Büker) werden aber heute schon früher in die Halle fahren, um erstens vernünftige Plätze auf der Medientribüne zu sichern und uns zudem das interessante Duell zwischen Italien und Lettland anzusehen.

Richtig viel passiert ist eigentlich nicht, man hat täglich den nahezu identischen Ablauf und die Ablenkungsmöglichkeiten hier werden auch nicht mehr. Volksmusik gibt es im Bus jetzt keine mehr, dafür aber gab es ein großes Hallo nach dem Training, als der sowieso schon von einer Polizeieskorte begleitete Bus einige hundert Meter als Geisterfahrzeug auf der falschen Fahrbahnseite unterwegs war. Natürlich alles gestattet und kontrolliert von den litauischen Sicherheitskräften.

Im heutigen Mediengespäch machte Bundestrainer Dirk Bauermann die Schwere der Aufgabe gegen Frankreich deutlich. “Sie haben nicht viele Schwächen und mit Tony Parker einen der fünf besten Point Guards der Welt. Es wird viel davon abhängen, ob es uns gelingt, das Tempo zu bestimmen. Denn jede Mannschaft braucht einen bestimmten Rhythmus, und wir können nicht mit den Franzoen mitrennen.” Gefragt nach Dirk Nowitzki meinte er: “Dirk ist einfach Dirk! Er wird gegen seine französischen Gegenspieler Größenvorteile haben und Möglichkeiten finden, über sie drüber zu werfen. Vielleicht wird er ja auch wieder etwas ärgerlich, dann ist er noch gefährlicher.” Steffen Hamann sei weiterhin “weit von 100 Prozent entfernt”, werde aber seinen wichtigen Beitrag leisten. Auch die bisher im Turnier sehr kurz gekommenen Jan-Hendrik Jagla und Tibor Pleiß gingen hervoragend mit ihrer Situation um. “Wir haben disziplinierte Denker und eine gute Mischung aus Lockerheit und Ernst”, fasste der Headcoach zusammen.

Als Spieler waren Heiko Schaffartzik und Joe Herber zu Gast. Ersterer berichtete darüber, “dass es sich nicht wie ein großer Sieg angefühlt hat gegen Italien” und dass er nach dem Spiel bis etwa 2 Uhr gebraucht habe um schlafen zu können. Er trage gerne Verantwortung, über allem stehe aber der Erfolg des Teams. “Das ist zwar ein Klischee, aber ich kann nicht erkennen, dass es mir irgendetwas bringt, wenn ich 15 bis 20 Punkte mache, wir aber nach der Vorrunde ausscheiden”, so der Aufbauspieler. Joe Herber war sich sicher, “dass wir einen guten Plan gegen Tony Parker haben”. Beide berichteten von gelegentlichen Ausflügen zur großen Shopping Mall im Stadtzentrum. “Dabei ist uns eigentlich niemand begegnet, außer einem kleinen Mädchen, das uns begrüßt hat”, erzählte Joe Herber. “Sie kan uns aber auch beleidigt haben”, ergänzte Heiko Schaffartzik unter den Lachern der anwesenden Medienvertreter/innen.

Fotos :-)

Die Tagebuchschreiber in ganzer Pracht: Elisabeth Kozlowski und Christoph Büker.


Die beiden Langener Jungs in voller Pracht: Joe Herber und Robin Benzing.


Auch zwischen den Spielen wird an der Körperstabilität gearbeitet, wie hier Robin Benzing.