EM-Tagebuch, 4. September 2011, 18.41 Uhr, Siauliai

Mit einer guten Mischung aus Neu und Alt soll heute mittels Aberglaube Serbien besiegt werden. So wurde der Dresscode für Coaches und Staff von weiß (zuletzt drei Mal hintereinander) auf schwarz geändert; gleich geblieben sind dafür aber die Sitzplätze im Bus und die Vorhut der Presse in die Halle. Wir wurden heute von Holger Geschwindner zum zweiten Spiel Italien-Frankreich in die Halle begleitet. Im ersten Spiel setzten sich die Israelis knapp gegen die Letten durch, was zur Folge hat, dass die Letten morgen kein Endspiel gegen uns haben werden.

Früh in der Halle zu sein lohnt sich heute nicht nur wegen der Presseplätze, die langsam rar werden, sondern auch auf Grund des unterhaltsamen Spiels der Italiener gegen die Franzosen. Zur Halbzeit liegt Italien mit 48:41 vorne, und Tony Parker scheint angeschlagen. Es ist müßig, darüber zu spekulieren, wenn dies gestern in der Partie gegen uns der Fall gewesen wäre…aber wir haben zugegebenermaßen schon kurz darüber nachgedacht. Für uns kann die Partie ganz unterschiedliche Schlüsse zur Folge haben: Gewinnt Frankreich, sind wir sicher für die Zwischenrunde qualifiziert, haben jedoch keinen ‚Vorteil‘ was die mitgenommenen Spiele angeht. Gewinnt dagegen Italien, so hoffen wir, dass sie dies mit mehr als 13 Punkten tun, denn dann kann es im Falle einer morgigen Niederlage Frankreichs gegen Serbien zu einem Dreiervergleich kommen, aus dem dann Frankreich fällt. Bestenfalls für uns nehmen wir dann zwei Siege gegen Italien und Serbien mit.

So viel zu den Rechenspielen vor dem Spiel. Unbestritten ist allerdings die Herangehensweise an das heutige Spiel: Es ist D-Day. Wir wollen und müssen das Spiel heute gegen die Serben gewinnen. Das Team ist nach dem wohlverdienten Ruhetag bis in die Haarspitzen motiviert und befindet sich in diesen Minuten auf dem Weg in die Siauliai Arena, die am heutigen Sonntag voll besetzt ist. Let’s go Deutschland!