EM-Tagebuch, 6. September 2011, 17.45 Uhr, Vilnius

So, sorry für die lange Sendepause, aber zusätzlich zu unserer heutigen Reise nach Vilnius kamen noch größere Internetprobleme, so dass wir uns erst jetzt wieder melden können. Gestern waren wir natürlich sehr froh, eine großartig spielende lettische Mannschaft in einer spannenden Schlussphase noch bezwungen zu haben. Das gibt sicher etwas Selbstvertrauen für die kommenden, ganz, ganz schwierigen Aufgaben.

Heute morgen sind wir bei strömendem Dauerregen aus Siauliai verschwunden. Das mehr als triste Äußere machte uns den Abschied leicht, obwohl wir mit drei Siegen und zwei Niederlagen eine erfolgreiche EM-Vorrunde hinter uns gebracht haben. Die gesamten rund 200 Kilometer nach Vilnius wurden wir im Bus mit Polizeieskorte gebracht. Hier in Vilnius sind alle Teams in einem großen Golfhotel rund 20 Kilometer außerhalb untergebracht. Schönes Ambiente, aber halt auch fernab jeglicher Abwechslung. Na ja, die Fahrt in die Stadt dauert aber nur 20 Minuten.

Soeben kommen wir vom Training in der tollen Siemens Arena (12.000 Plätze) zurück, in die es übrigens an einigen Stellen rein regnet… Dort war die gesamte Arena noch eine Baustelle, so dass die Trainingseinheit recht unrühig verlief. Auch war noch nichts begesperrt, die zahlreichen Medienleute wurde direkt an der deutschen Kabine vorbei geführt. Nach dem Training versorgten Coach Bauermann und einige Spieler die deutschen und internationalen Medienvertreter noch mit frischen O-Tönen.

Mit Spanien, der Türkei und Litauen stehen uns drei extrem schwierige Aufgaben bevor. Wir werden als absolue Außenseiter gehandelt, aber eine solche Position muss ja keine schlechte sein. Die Mannschaft und die Delegation sind jedenfalls der Meinung, dass durchaus noc etwas möglich ist. Vielleicht ja sogar gegen die Spanier, die allen hier einige Rätsel aufgeben, was die Einschätzung angeht. Die gestrige Niederlage gegen die Tükei ohne Pau Gasol und mit einer 2:16-Schlussphase lässt Raum für Spekulationen. Die eine Hälfte meint, das die Spanier für ihre Arrogan bestraft worden sind, die andere sagt, dass Pau Gasol angeschlagen sein muss. Nun, wir werden morgen sehen, wie die Spanier auftreten. “Wenn sie ihre Dreier treffen, sind sie unschlagbar”, meint Dirk Bauermann aber die etwa 30 Prozent Dreier-Trefferquote bisher im Turnier ist so beeindruckend nicht. Wenn sie also nicht so überragend aus der Distanz treffen und wir ihnen zumindest einen Teil ihrer Fastbreaks wegnehmen können, dazu noc die Match-ups passen … wer weiß?

So, und hier noch ein paar aktuelle Bilder:

 
Ankunft am Hotel in Vilnius in strömendem Regen.


Blick in die Siemens Arena beim Training.


Bundestrainer Dirk Bauermann im “Visier” der deutschen Medienvertreter.