EM-Tagebuch, 8. September 2011, 15.03 Uhr, Vilnius

Eine wichtige Information aus Vilnius fehlt noch: einziger deutscher Sender im Hotel: RTL! Klare Steigerung zu Siauliai, aber da ginge noch mehr … :-)   Dafür gibt es einige internationale Sender, die man sich mal kurz angucken kann (BBC, Discovery Channel, Animal Plnaet, Eurosport), und natürlich den litauischen Sender, der hier alle Basketballspiele überträgt. Man kann es also aushalten, und schließlich sind wir hier ja nicht zum TV-Gucken.

Heute war eine große deutsche Mediengruppe im Teamhotel, es gab die klassische Runde mit Headcoach und zwei Spielern, aber zusätzlich auch noch reichlich Termine für Einzelinterviews, u.a. von FIBA TV. Auch DBB-Präsident Ingo Weiss war ein gefragter Gesprächspartner. Dirk Bauermann nannte den etwa 20 deutschen Journalisten das Motto, das den gesamten Aufenthalt hier bestimmt:

ONE MORE SUMMER WITH THIS TEAM!!!

An diesem Motto orientiert sich das gesamte Arbeiten von Team und Betreuern hier. Aufgegeben hat hier noch lange keiner, und die Überzeugung, morgen gegen die Türkei zu gewinnen, ist mehr als groß.

Bauermann meinte, dass man viele positive Dinge aus dem Spanien-Spiel mintnehmen könne. Man habe deutlich mehr Kontrolle gehabt als noch gegen Frankreich und Serbien, die Mischung sei viel besser gewesen. Letztlich habe man zu viele Ballverluste gehabt, obwohl man die auch unterschiedlich beurteilen müsse. Ballverlust sei nicht gleich Ballverlust. Gute Noten vergab der Bundestrainer an Robin Benzing (“den hätten wir länger auf dem Feld benötigt”), Steffen Hamann und Joe Herber.

Gegen die Türkei habe man ein gutes Gefühl, auch weil man sie in diesem Sommer schon zwei Mal geschlagen habe. Besonders auf Dirks Position sei der Vorteil da. Er erwarte ein enges Spiel, und: “Jetzt zählen nur diese 40 Minuten!” Zum Status Quo des deutschen Basketballs sagte Bauermann: “Wir können sehr zufrieden sein. Wir sind an einer vorderen Position in Europa und genießen großen Respekt. Es kommen schon bald viele hochinteressante Spieler in die Nationalmannschaft nach. Da ist Druck im System, und das ist gut und wichtig.”

Chris Kaman äußerte sich über den europäischen Basketball und die europäischen Schiedsrichter: “Hier hat jedes Land einen unterschiedlichen Stil zu spielen. Und irgendwie haben auch die Schiedsrichter alle unterschiedliche Stile. Da ist es schwer für mich damit zurechtzukommen. Hier wird viel mehr zugelassen als in der NBA, besonders unter den Körben. Aber es ist weniger athletisch, die Geschwindigkeit ist nicht so hoch und es wird mehr Defense gespielt. Ich mag beide Arten zu spielen.”

Sven Schultze berichtete, dass man Chris auch Tipps zu Spielern aus Europa gebe, dass Chris aber durchaus gut in der Lage sei, die scouting reports zu lesen und beim Videoschauen aufzupassen. “Insgesamt werden wir sehr gut auf unsere Spiele vorbereitet. Wir sind eine gute Mannschaft, versuchen alles und hätten das Viertelfinale verdient. Der Coach hat ja eben schon gesagt, um was es uns allen geht: one more summer!”

In unserer nächsten Folge bei DBB TV wird unser Team-Betreuer Eicke Marx näher vorgestellt, daher hier vorab schon einmal ein Aktionsfoto: