Litauen Geschichte

Ein Land mit viel Geschichte
Der Anfang Litauens als Staat liegt im 13. Jahrhundert, nachdem baltische Stämme das heutige Staatsgebiet etwa ab 3.000 vor Christus besiedelt hatten. Fürst Mindaugas, der sich 1253 vom Papst abgesegnet sogar zum König krönen ließ, brachte die Nachbarstämme mit militärischer Gewalt unter seine Hoheit. Sein Fürstentum / Königreich umfasste bei seinem Tod 1263 in etwa das Gebiet des heutigen Litauens. Die Staatenbildung erfolgte gerade noch zeitig genug, um den von Norden und Süden vordringenden Rittern des Deutschen Ordens erfolgreich Widerstand leisten zu können.

Expansion nach Osten
Parallel dazu erfolgte bereits im 14. Jahrhundert die Expansion nach Osten, in slawisch besiedelte Regionen im heutigen Weißrussland. Die litauische Expansion fand ihren Höhepunkt in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts, nachdem in der siegreichen Schlacht bei Tannenberg 1410 die Bedrohung durch den Deutschen Orden endgültig beseitigt worden war. Diese Schlacht war von einem vereinten polnisch-litauischen Heer gewonnen worden, nachdem Großfürst Jogaila 1386 durch Heirat und den Übertritt zum Christentum (nach Mindaugas’ Tod 1263 war Litauen wieder heidnisch „geworden“) die polnische Königskrone erhalten hatte und sich in der Folge mit seinem Vetter Vytautas ausgesöhnt hatte. Jogaila (polnisch: Jagiello) begründete das Herrschergeschlecht der Jagiellonen. Seinem Vetter überließ er die Herrschaft über Litauen und den Großfürsten-Titel.
Die enge politische Einheit Polens und Litauens mündete 1569 in die Realunion von Lublin, die das Ende des eigenständigen Litauens bedeutete, nachdem der litauische Adel bereits in den voran gegangenen Jahrzehnten zunehmend unter den Einfluss der polnischen Kultur und Sprache gelangt war. So ging Litauen in den Zeiten der Reformation den polnischen Weg und blieb katholisch, während das nördliche, deutsch beeinflusste Baltikum protestantisch wurde. Litauen blieb bis zu den polnischen Teilungen bei Polen und kam dann 1795 unter russische Herrschaft. Zwei polnisch-litauische Aufstände in den Jahren 1831 und 1863 wurden vom russischen Zaren blutig unterdrückt.

Der Erste Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg und die Schwächung des Russischen Reiches führten im Februar 1918 – unter deutscher Besatzung – zur Ausrufung der unabhängigen Republik Litauen, die nach Kämpfen gegen Rote Armee und polnische Truppen auch durchgesetzt werden konnte. Hauptstadt war in dieser Zeit allerdings nicht der historische Großfürstensitz Vilnius, sondern Kaunas, da das Vilniusser Gebiet von Polen besetzt war (1920-1939, 1923 vom Völkerbund anerkannt). Die parlamentarische Demokratie, die mit der Verfassung von 1922 eingeführt worden war, wurde durch den Putsch von Antanas Smetona im Dezember 1926 beseitigt; Smetona regierte anschließend diktatorisch bis 1940. Es wurden neue Verfassungen eingeführt, welche die autoritäre Führung Smetonas bestätigten, darunter die Litauische Verfassung von 1928 und die von 1938. Im März 1939 musste Litauen das Memelland, das es 1923 besetzt hatte, an Deutschland zurückgeben.
Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs verstärkte sich der Druck der Sowjetunion, der im Geheimen Zusatzprotokoll des Hitler-Stalin-Pakts das Baltikum als Interessensphäre zugesprochen worden war. Smetona dankte im Juni 1940 ab, und nach dem Einmarsch sowjetischer Truppen wurde eine pro-sowjetische Regierung ins Amt gebracht, die den Beitritt zur Sowjetunion erklärte (3. August 1940). Im Juni/Juli 1941 besetzten Truppen der deutschen Wehrmacht in einem Blitzkrieg das litauische Staatsgebiet. Einsatzkommandos mit litauischen Hilfswilligen ermordeten in der Folgezeit bis Dezember 1941 einen Großteil der jüdischen Bevölkerung, die Überlebenden wurden in Ghettos konzentriert. 90 % der jüdischen Bevölkerung des Landes erlebten das Kriegsende nicht.

Rote Armee besetzt große Teile des Landes
Im Sommer 1944 besetzte die Rote Armee wieder große Teile Litauens und etablierte die Litauische Sozialistische Sowjetrepublik (LSSR) erneut. Der Widerstand der sogenannten „Waldbrüder“ gegen die sowjetische Besatzung stand ohne ausländische Unterstützung auf verlorenem Posten und war ab 1948 auf einige wenige Partisanenverbände geschrumpft. Stalin ließ 1949 in einer dritten großen Deportationswelle Zehntausende „staatsfeindliche“ Elemente nach Sibirien deportieren, nachdem bereits 1940/41 und 1945/46 Verhaftungen und Deportationen in großem Stil durchgeführt worden waren. Viele der Deportierten starben in den Straflagern im Osten der Sowjetunion.

Perestrojka
Im Zuge der Perestrojka, die im Baltikum die singende Revolution auslöste, erklärte sich Litauen 1990 als erste Sowjetrepublik zum souveränen Staat und benannte den Obersten Sowjet in Verfassunggebende Versammlung um. Island war der erste Staat, der, ebenfalls 1990, das unabhängige Litauen anerkannte. Am Vilniusser Blutsonntag, dem 13. Januar 1991, versuchten pro-sowjetische militärische Kräfte erfolglos, die junge Demokratie mit Panzern zu stürzen, 14 jugendliche Demonstrierende starben am Fernsehturm. In Reaktion darauf erklärten am 8. Februar 1991 85 % der Litauer in einer Volksabstimmung ihr ‚Ja‘ zur Unabhängigkeit des Landes. Nach dem misslungenen Moskauer Putsch gegen Gorbatschow im August 1991 erkannten die Länder des Westens die Unabhängigkeit Litauens, wie auch der Nachbarländer Lettland und Estland an. Nach anfänglicher Wirtschaftskrise und politischer Instabilität aufgrund einer radikalen Privatisierung gewann die Reformpolitik zunehmend an Dynamik, insbesondere nach Überwindung der Russland-Krise im Jahre 2000. Litauen wurde 2004 Mitglied von EU und NATO. Seit 21. Dezember 2007 ist Litauen Teil des Schengener Raums.

Quelle: Wikipedia

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