Kaunas

Kaunas

Kaunas –Standort der Finalrunde
Kaunas ist mit ca. 355.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Litauen. Kaunas liegt am Zusammenfluss von Nemunas (deutsch: Memel) und Neris etwa 100 km westlich der Hauptstadt Vilnius. Was ist Kaunas? Eine Stadt, die sich nicht damit zufrieden gibt, die zweite Stadt Litauens zu sein, und die nicht vergisst, dass sie zwischen den beiden Weltkriegen die provisorische Hauptstadt des Staats Litauen war… Ein altes Handels- und Industriezentrum, dem während der letzten Jahrzehnte andere litauische Städte die Vormachtstellung streitig gemacht haben. Die Stadt in Litauen mit den meisten Studenten, in der erst vor zwei Jahrzehnten die Universität wiedereröffnet wurde. Eine Stadt, die zu Sowjetzeiten für ihren zivilen Ungehorsam und ihre Treue zu bürgerlichen Werten bekannt war, und die nach der Wiedererlangung der Unabhängigkeit einen in Skandale verstrickten Populisten zum Bürgermeister wählte…

Die Kaunasser selbst mögen es nicht, ihre Stadt zu vergleichen oder zu bewerten. Wenn von irgendeiner Eigentümlichkeit der Stadt Kaunas die Rede ist, bedienen sich Lokalpatrioten der stolzen Tautologie: „Kaunas ist Kaunas“. Bei einer ersten Begegnung mit Kaunas kann man sich einen Überblick über die Sehenswürdigkeiten von Kaunas verschaffen, die wechselhafte Geschichte von Kaunas studieren, oder einen Aspekt auswählen. Die gotische Architektur, die Festungswälle, die Spuren des Lebens verschiedener Ethnien, die Museen, Kaunas als erste Hauptstadt der Republik und die Architektur des Rationalismus und Funktionalismus sind nur einige der Möglichkeiten, Kaunas kennen zu lernen.

Anmerkung: Jede Art von Touristen und Urlauber, besonders wenn sie aus dem Ausland kommen, gehören zu den wichtigsten Einnahmequellen einer Stadt oder Region. Denn sie erhalten die öffentlichen Museen, Areale und Plätze durch Eintrittsgelder, Verköstigungen und Übernachtungen am Leben. Das spült Steuergelder in die leeren Kassen der öffentlichen Hand. Dieses hat sich leider noch nicht bis Kaunas herumgesprochen. Kaunas hat ja nun wirklich eine Fülle an Sehenswürdigkeiten und Attraktionen zu bieten, wenn mir aber die Angestellten (von Steuergeldern bezahlt) untersagen Fotos vom Teufelsmuseum zu veröffentlichen (so geschehen am 28.02. 2009*), weil es ihnen Schei.. egal ist, ob nun ein Besucher oder zehn das Teufelsmuseum besichtigen, dann müssen sich die Verantwortlichen der Stadt Kaunas nicht wundern, warum Kaunas im Projekt Litauen.info so wenig beschrieben wird. Denn ich habe dadurch, was die Präsentation der Stadt Kaunas betrifft, “meine Lust verloren”. Es gibt so viele schöne Städte in Litauen die Touristen, Urlauber und Gratis-Werbung für ihre Stadt zu würdigen wissen.

Sehenswürdigkeiten

Altstadt von Kaunas
Das Rathaus in Kaunas wurde 1542 bis 1562 erbaut und anschließend vielen Umbauten unterzogen. Daher finden sich in der Architektur des Rathauses Elemente aus verschiedenen Epochen vor. Der schlanke weiße Turm trug dem prachtvollen Bau im Volksmund den Beinamen „Weisse Schwan“ ein. Im Rathaus befindet sich auch das Standesamt und ein Keramikmuseum. Die Erzkathedrale der Heiligen Apostel Peter und Paul (Arkikatedra bazilika) am nordöstlichen Rathausplatz wurde 1408 errichtet und ist das größte gotische Bauwerk in Litauen. Zur ihrer reichen Innenausstattung im Barockstil zählen neun Altare. In der Sakristai finden sie einige interessante Kreuzgewölbe vor. Das sich an der Südseite der St. Peter und Paul-Kathedrale befindende schliche Grab von Maironis, einem katholischen Priester und berühmten Nationaldichter von Litauen, trug dazu bei, dass die Basilika zu einem nationalen Heiligtum wurde. Gemäß der alten Tradition wurden die Wahlen der Stadtregierung (immer jährlich am 22. Februar) mit der Heiligen Messe in der Hl. Peter-und-Paul-Kirche (heute die Erzkathedrale-Basilika) vor dem sog. Literatenaltar (Maria-Himmelfahrt-Altar) eingeleitet, indem man um Gottes Hilfe bei der Wahl der neuen Beamten bat. Nach dem Gottesdienst zog die Prozession von Magistratmitgliedern, Geschworenen und an den Sitzungen teilnehmenden Kaufleuten Richtung Rathaus.Von der Kathedrale führt diese als Fußgängerzone deklarierte Straße mit den schönsten Häusern aus dem 16. Jh. in Richtung der östlich gelegenen Neustadt. In Nr. 33 residierte zu Kaunas’ Hauptstadtzeit der litauische Präsident. In den Jahren 1682 bis 1683 erbaut, halten sich bei diesem Gotteshaus stilistische Elemente aus Barock und Romantik die Waage. Adresse: Karaliaus Mindaugo Pr. 3.

Platz der Einheit
Das Zentrum des Kaunas der Zwischenkriegszeit, sein urbaner und repräsentativer Mittelpunkt bildeten die Donelaitis-Straße und der „Platz der Einheit“ (Vienybes aikšte). Als man 1927 diesen ehemaligen Marktplatz umgestaltete, war der Platz als Forum des litauischen Nationalstaates angedacht. Die Hauptachse des Platzes führt vom Grab des unbekannten Soldaten der Unabhängigkeitskämpfe bis zur Freiheitsstatue. An den Seiten dieser Achse stehen die Büsten von Aktivisten der Nationalbewegung und Helden des Freiheitskampfes. Das wichtigste Gebäude des Platzes, entworfen vom Architekten Vladimir Dubenecki, ist das Historische Museum. Den Hof des Museums begrenzt eine Kanonengalerie. Neben ihr steht ein Uhrenturm. Im Turm hängt die Freiheitsglocke, ein Geschenk von in den USA lebenden Litauern an Kaunas. Sie wurde nach dem Vorbild einer historischen Reliquie der USA gegossen, der Freiheitsglocke von Philadelphia. Nachdem sie am 12. Januar 1922 nach Kaunas geschafft worden war, erklang sie zum ersten Mal am Unabhängigkeitstag desselben Jahres während der Feierlichkeiten zum 16. Februar und läutete später nur an hohen Feiertagen.
Im Jahr 1937 wurde im Uhrenturm neben der Friedensglocke ein Glockenspiel mit 35 Glocken angebracht. Den kleinen Platz hinter dem Uhrenturm rahmen die Skulpturen Sämann, Bücherträger und Schule in Litauen während des Druckverbots ein. Es ist ein Platz, mit dem die Bewahrung der nationalen Identität Litauens und die Wurzeln der Nationalbewegung geehrt werden. Die Skulpturen sind Werke der Bildhauer Bucas, Zikaras und Rimša. Die Skulptur des Sämanns erhöht nicht nur das in der Ideologie des litauischen Nationalstaats bedeutsame Ideal des Bauern, der seine Muttersprache und ethnische Identität während der langen Jahre der Fremdherrschaft bewahrt, sondern drückt auch die Hoffnung auf eine bessere Zukunft aus. Die Figur des Bücherträgers symbolisiert die für die Litauer schwere Zeit von 1863 bis 1905, als Bücher illegal aus Ostpreußen herbeigeschafft wurden, nachdem der Zar den Buchdruck in lateinischen Buchstaben verboten hatte. Die Skulptur Schule in Litauen während des Druckverbots stellt dementsprechend eine Mutter und Bäuerin dar, die einem Kind das Lesen mit Hilfe eines illegalen litauischen Buches beibringt.
Während der Ersten Litauischen Republik wurden auf dem Platz der Einheit staatliche Feiertage begangen, und die Veteranen der Unabhängigkeitskämpfe hissten jeden Abend am Uhrenturm die Nationalflagge. Zu Sowjetzeiten wurden die Denkmäler und Büsten auf dem Platz der Einheit zerstört oder entfernt.
Der Platz wurde ganz neu gestaltet und erweitert, so dass ein großer Platz auf der rechten Seite des Gebäudes des Historischen Museums entstand. Dort, wo der alte und der neue Teil des Platzes zusammentrafen, wurden die drei Steinstelen Arbeit, Frieden und Revolution aufgestellt. Konzerte mit Glockenmusik lösten die Staatsrituale von Einst im Hof des Historischen Museums ab. Im Jahre 1956 setzten der Komponist Viktoras Kuprevicius und sein Sohn Giedrius Kuprevicius das ehemalige Glockenspiel im Uhrenturm instand und begannen, regelmäßig darauf zu spielen.
In den Jahren 1988 bis 1991 wurde die Gedenkstätte des Platzes der Einheit wiederhergestellt. Nach 49 Jahren Unterbrechung erklang die Freiheitsglocke erneut am 14. Juni 1989, dem Tag der Trauer und der Hoffnung, und ehrte die Menschen, die für die Freiheit und Unabhängigkeit Litauens gestorbenen waren. Heute begehen die Kaunasser auf dem Platz der Einheit am 16. Februar feierlich den Nationalfeiertag. In der Sommersaison versammeln sie sich auf dem Platz, um dem Komponisten Giedrius Kuprevicius zuzuhören, wie er virtuos auf dem einst von ihm wieder in Gang gebrachten Glockenspiel spielt. Jeden Tag um 12 Uhr erklingt das Glockenspiel automatisch mit der Melodie des patriotischen Lieds „Ach weine nicht, Mütterchen“.

Forts & Festung
Mit dem Bau der Kaunasser Festung wurde im Jahr 1883 begonnen. Sie ist ein polygonales Verteidigungssystem, das dazu bestimmt war, die Westgrenze des russischen Imperiums zu befestigen. An den Zufahrtsstraßen zur Stadt wurden in regelmäßigen Abständen von etwa zwei bis zweieinhalb Kilometern sieben Forts errichtet. Bei der Modernisierung der Befestigungsanlagen in den Jahren 1902 bis 1913 wurde ein weiteres Fort, später IX. Fort genannt, gebaut. Die Forts waren alle von ähnlichem Aufbau: ringsherum eingeebnetes Territorium, jedes Fort umringt von tiefen Gräben, im Innern der Befestigung ein aufgeschütteter Schutzwall. Die Forts waren so angelegt, dass sie den Feind ins Kreuzfeuer nehmen konnten. Zwischen den Befestigungen waren Artilleriebatterien stationiert. Die Verbindungswege zwischen den Forts waren zur Tarnung mit Pappeln bepflanzt. Die Kaunasser Festung war eine der vier wichtigsten russischen Festungen. Dennoch verlor sie ihre Verteidigungsbedeutung noch im Jahr 1915, als das Heer des deutschen Kaisers sie innerhalb von 11 Tagen einnahm.
Nach dem Ersten Weltkrieg begann man, die Forts für neue Aufgaben zu nutzen und diesen entsprechend anzupassen. In einigen wurden Werkstätten, Archive und Sozialwohnungen eingerichtet. Das I., das VI. und das IX. Fort dienten als Gefängnisse. Während des Zweiten Weltkriegs nutzte das Naziregime die Kaunasser Forts schon von den ersten Tagen der Besatzung an zur Massenvernichtung der Juden und anderer „unliebsamer“ Personen. Im Juni des Jahres 1941 wurden fast 3 000 Juden im IV. und VII. Fort erschossen. Bald darauf wurden im VI., im VII. und im IX. Fort Konzentrationslager eingerichtet.
Im IX. Fort wurden zwischen 1941 und 1943 ca. 80 000 Menschen ermordet. Da das Gelände nach dem Zweiten Weltkrieg fast unverändert erhalten geblieben war, wurde im Jahr 1959 die Einrichtung eines Museums beschlossen. Von 1976 bis 1984 erfolgte ein Umbau des Museums zu einer Gedenkstätte. Diese umfasst eine Fläche von etwa 32 Hektar. Ihre Hauptachse ist ein Betonweg, der alle Gebäude der Gedenkstätte miteinander verbindet. Die Architekten Gediminas Baravykas und Vytautas Vielius sowie der Bildhauer Alfonsas Ambraziunas ließen sich bei der Konzeption des Hauptgebäudes vom Motiv der aufgebrochenen Erde leiten. Aus der Ferne sind drei große Skulpturengruppen, dramatisch in Szene gesetzt, zu sehen. Sie sollen an die Tragödie, die sich in den Forts abgespielt hat, erinnern. Das Museum im 9. Fort von Kaunas am Zemaiciu pl. 73, LT-47435, Kaunas, befinden sich Museumsbestände und Sammlungen zum Genozid und Holocaust, die während der Sowjet- und der Naziokkupation verübt wurden. Auch der Keller und die Festungsmauer im IX. Fort können im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Die Länge der Keller und der Festungsmauer beträgt einen Kilometer. In den Kellern befindet sich eine Ausstellung über Kanonen und Munition aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Zalgiris Kaunas Basketball
Die absolute Mehrheit der Litauer bekennen sich (neben dem traditionellen katholischen Glauben) auch zur „Religion des Basketballs“ und vergöttern ihre Stars. Der BC Žalgiris Kaunas ist der traditionsreichste und erfolgreichste Basketballverein in Litauen. Gegründet 1944, wurde Žalgiris Kaunas fünf Mal sowjetischer Meister in den Jahren 1947, 1951 sowie drei Mal in Folge 1985–1987 (mit Arvydas Sabonis als Starspieler) und elf Mal Vizemeister. Nach der Unabhängigkeit von Litauen konnte Žalgiris Kaunas dreizehn Mal den litauischen Meistertitel erringen, 1993–1999, 2001, 2003, 2004, 2005, 2007, 2008. Arvydas Sabonis ist heute auch Mehrheitseigner des Klubs und genießt in Litauen hohes Ansehen. Er besitzt noch eine eigene Basketballschule, baute einige Sportkomplexe und Sportzentren, betreibt Hotels und Geschäfte und handelt mit Immobilien. Žalgiris Kaunas liefert sich seit Ende der 90er alljährlich einen Prestige trächtigen Schlagabtausch mit dem Hauptstadtverein Lietuvos Rytas ausVilnius (Gewinn des ULEB Cup 2005, Litauischer Meister 2000, 2002, 2006, 2009 und Baltischer Meister 2006, 2007.
In der 2009 der Lietuvos krepšinio lygos (LKL) verlor der BC Žalgiris Kaunas in der Finalserie mit 1:4 gegen Lietuvos Rytas Vilnius und belegte hinter den Hauptstädtern nur den zweiten Platz. Der nächste sportliche Höhepunkt wird mit Austragung der Basketball-EM 2011 erwartet.

Quelle: www.litauen.info

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