Der vierte Viertelfinalist heißt Spanien

EM 2011, Zwischenrunde in Vilnius, 3. Spieltag:

Am dritten Zwischenrundenspieltag bei der EM in Litauen sicherte sich nach Frankreich, Russland und Mazedonien auch Spanien mit einem 84:59 über Serbien die Teilnahme am Viertelfinale. Gastgeber Litauen benötigt hingegen nach seinem 67:73 gegen Frankreich mit nunmehr 2:2 Siegen in der Gruppe E noch einen Sieg am Sonntag gegen Deutschland (1:3). Drei Stunden vorher treffen mit Serbien und der Türkei zwei weitere Teams aufeinander, die mit je 1:3 Siegen ebenfalls um ihre letzte Chance kämpfen.

 Spanien – Serbien 84:59 (23:14, 20:18, 27:17, 14:10)

Eine überragende Leistung ihres Centers Pau Gasol (26 Punkte mit 82 % Trefferquote) verhalf Spanien zum ungefährdeten 84:59 über Serbien. Maßgeblich unterstützt wurde der NBA-Star durch seinen Bruder Marc (20 Punkte und 10 Rebounds). In einer von harten Centerduellen geprägten Anfangsphase musste Spaniens Pau Gasol schon in der dritten Minute mit zwei Fouls auf die Bank. Prompt markierte sein Widerpart Nenad Krstic sieben der nächsten elf serbischen Punkte. Dreier von Jose Calderon und Juan Carlos Navarro sorgten aber trotzdem für eine spanische 25:14-Führung. Als die Serben endlich auch aus der Distanz trafen, zahlte sich für Spanien die Rückkehr von Pau Gasol aufs Spielfeld aus, der im Duett mit seinem Bruder Marc alle Punkte des spanischen 11:0-Laufs zur 39:22-Führung markierte, bevor Dusko Savanovic mit zwei Dreiern zum Pausenstand von 43:32 verkürzte. Nach dem Seitenwechsel ging die große Show des Pau Gasol weiter: Dreier, Assist zum Dreier auf Calderon, hinten ein Wurf von Milan Macvan geblockt – 51:34. Auch eine Auszeit half den Serben jetzt nicht mehr auf die Beine. Als Sergio Scariolo seinen Star der 27. Minute wieder auf die Bank holte, war die Partie mit 66:40 bereits entschieden.

Litauen – Frankreich 67:73 (16:18, 12:16, 18:9, 21:30)

Tony Parker (19 Punkte) war ausnahmsweise mal nicht Frankreichs Matchwinner, sondern der im Schlussviertel groß aufspielende Nando De Colo, der die Franzosen mit 21 Punkten zum Sieg führte. Frankreich ging das von den Litauern vorgelegte Tempo mit, haderte aber gegen die 2-3-Zone der Gastgeber mit dem Abschluss. Umgekehrt funktionierte das Zurücklaufen in die eigene Verteidigung bei den Franzosen aber auch sehr gut, so dass die Litauer kaum offene Würfe bekamen (16:18). Die mit der kompromisslosen Verteidigung gewonnenen Bälle halfen Tony Parker und Nando De Colo im zweiten Viertel, der litauischen Ballraum-Verteidigung mit Schnellangriffen zuvorzukommen und 21:30 in Führung zu gehen, bevor die Litauer vor allem durch Darius Songaila zur Pause auf 28:34 verkürzten. Dreier von Simas Jasaitis (mit 13 Punkten Litauens Topscorer) sowie der am Brett starke Jonas Valanciunas sorgten gegen die im dritten Viertel sechs Minuten lang einen Fehlwurf an den anderen reihenden Franzosen sogar für eine 46:43-Führung. Der jetzt die Regie übernehmende Nando De Colo beruhigte endlich die französische Offensive und sorgte mit elf Punkten zum 54:62 dafür, dass Frankreich das Spiel wieder unter Kontrolle bekam und den Sieg mit über die Ziellinie brachte.