Mazedonien kämpft Gastgeber Litauen nieder

EM 2011, Endrunde in Kaunas, Viertelfinale (Mittwoch):

In den beiden ersten Viertelfinalspielen der Europameisterschaft in Kaunas qualifizierten sich Spanien (86:64 über Slowenien) und überraschend Mazedonien (67:65 über Litauen) für das Halbfinale. Beide Mannschaften haben sich damit auch zumindest die Teilnahme an der Olympia-Qualifikation gesichert (nur die beiden Finalisten qualifizieren sich direkt für Olympia).

Spanien – Slowenien  86:64 (16:23, 19:8, 36:14, 15:19)

Ein von Juan Carlos Navarro (26 Punkte) angeführtes furioses drittes Viertel genügte dem Titelverteidiger Spanien zum klaren 86:64 über Slowenien. Pau Gasol steuerte 19 Punkte und 16 Rebounds zum Sieg  bei, der mit einer Knöchelverletzung von Spielmacher Jose Calderon trotzdem eine bittere Note für die Spanier hatte. Mit kompromisslosem Centerspiel hatten die Slowenen zunächst erfolgreich die Räume unter dem Korb eng gemacht und gingen mit Dreiern von Erazem Lorbek und Jaka Lakovic 6:14 in Führung. Als jedoch mit Mirza Begic und Uros Slokar schon im zweiten Viertel zwei slowenische Center Foulprobleme bekamen, gab das Spaniens Center-Duo Pau und Marc Gasol den nötigen Freiraum, um auf 25:25 auszugleichen. Navarro sorgte mit seinem ersten Dreier für Spaniens 35:31-Führung zur Halbzeit. Gleich nach dem Seitenwechsel machten die Spanier mit einem 9:0-Lauf zum 44:31 jedoch kurzen Prozess. Slowenien, das in Goran Dragic (14) seinen besten Werfer hatte, fand auch nach einer Auszeit nicht mehr zu seiner Linie zurück und ging im von Navarro (17 Punkte im 3. Viertel) angeführten spanischen Dreierhagel unter (71:45 nach 30 Minuten).

Mazedonien – Litauen  67:65 (18:20, 12:14, 19:18, 18:13)

Mazedonien verdiente sich den 67:65-Sieg über Litauen durch eine große kämpferische Verteidigungsleistung, mit der das Team um den unverwüstlichen Bo McCalebb (23 Punkte) dem Gastgeber den Schneid abkaufte. Mazedonien kompensierte mit dieser Defense auch seine eigene miserable Wurfquote (31 Prozent), der sich einzig Vojdan Stojanovski (5/5 Dreier) entzog. Die Mazedonier haderten von  Beginn an mit der schwachen Wurfquote, was den die leichten Punkte am Brett suchenden Gastgebern eine frühe 10:17-Führung bescherte. Aber Bo McCalebb sorgte mit sieben Punkten in Folge dafür, dass Mazedonien den Rückstand auf 18:20 verkürzen konnte. Eine nahezu identisches Bild im zweiten Viertel: Litauen baute seine Führung mit ein paar wenigen einfachen Punkten (vor allem durch Center Javtokas, am Ende mit 13 Punkten Litauens Topscorer) gegen die von außen wie am Brett so gut wie gar nichts treffenden Mazedonier auf 21:29 aus, bevor Vlado Ilievski und McCalebb zur Halbzeit auf 30:34 verkürzten. Drei Dreier durch ihren einzigen sicheren Schützen, Vojdan Stojanovski, genügten Mazedonien in einem weiter von Fehlwürfen geprägten Spiel zum 45:45-Ausgleich, mit 49:52 ging es ins Schlussviertel, in dem die aufopferungsvoll verteidigenden Mazedonier sich weiter nie abschütteln ließen und elf Sekunden vor Schluss durch einen Dreier von Ilievski 66:65 in Führung gingen. Jasaitis vergab den letzten litauischen Angriff und Ilievski besiegelte an der Freiwurflinie die Sensation.