Nur noch drei Zwischenrundenplätze frei

EM 2011 in Litauen, 4. Spieltag:

Der vorletzte Spieltag der EM-Vorrunde hat am Sonntag viele Fragen mit Blick auf die Zusammensetzung der Zwischenrunde geklärt. Nachdem sich am Samstag bereits Russland und Slowenien in der Gruppe D die Teilnahme gesichert hatten, buchten am Sonntag mit Spanien, Litauen (Gruppe A), Serbien, Frankreich, Deutschland (Gruppe B) sowie Mazedonien und Griechenland (Gruppe C) sieben weitere Teams ihre Tickets nach Vilnius, wo jetzt für die Zwischenrunde nur noch drei Plätze frei sind.

Gruppe A (Panevezys)

Spanien setzte mit einem 91:79-Kantersieg über den Gastgeber Litauen eine deutliche Duftmarke, die den Favoritenstatus des Titelverteidigers eindrucksvoll unterstreicht. Einziger Trost für die Litauer: Sie sind trotzdem für die nächste Runde qualifiziert. Dahinter hat Polen mit einem überraschenden 84:83-Sieg über die Türkei die Tür zur Zwischenrunde für sich weit aufgestoßen. Mit dem direkten Vergleich in der Tasche genügt am Montag ein Sieg über Großbritannien oder eine Niederlage der Türken gegen Spanien, um Polen anstelle der Türken in die deutsche Zwischenrundengruppe zu führen.

Polen erwischte die Türkei mit einer enormen Energieleistung und guter Trefferquote in einem Spiel, das in den Augen vieler nur eine Pflichtübung sein sollte. Shooting Guard Darden Berisha, mit 21 Punkten überragender Spieler, markierte 12 Sekunden vor Schluss auch den Siegtreffer. Im Anschluss verpasste ausgerechnet der WM-Held der Türken, Spielmacher Kerem Tunceri, die Chance, mit einem Dreier doch noch den türkischen Sieg zu retten.

Was ein Highlight der EM werden sollte wurde zum Rohrkrepierer – jedenfalls für den Gastgeber Litauen, der gegen Spanien gleich im ersten Viertel mit 12:31 ganz fürchterlich unter die Räder kam und zur Pause sogar 36:62 zurücklag. Nach der Pause ließen Juan Carlos Navarro (22 Punkte) und Pau Gasol etwas die Zügel schleifen, was Litauen noch zum einem schmeichelhaften 79:91 verhalf. 

Gruppe B (Siauliai)

In Gruppe B hat Italien mit seiner 84:91-Niederlage gegen Frankreich die letzte Chance auf die Zwischenrunde verspielt. Nach Vilnius fahren aus dieser Gruppe demnach Serbien, Frankreich und Deutschland. Israel sicherte sich mit einem 91:88 über Lettland hinter Italien den fünften Platz in der deutschen Gruppe.

Lange durften die Italiener in einer nach einigen frühen Nickligkeiten hitzigen und kampfbetonten Partie auf eine Überraschung gegen ihre transalpinen Erzrivalen hoffen, selbst nach dem dritten Viertel führten sie mit ihrem Trio Bargnani (22), Belinelli (19) und Gallinari (18) noch 67:60. Doch im Schlussviertel hatten die Franzosen doch das letzte Wort. Zwei Dreier von Steed Tchicamboud und Mickael Gelabele verkürzten auf 67:66 und sorgten für eine dramatische Schlussphase, in der Frankreichs Topscorer Boris Diaw (21) und Nicolas Batum (20) auch Matchwinner wurden.

Gruppe C (Alytus)

Mazedonien (72:70 über Finnland) und Griechenland (71:55 über Montenegro) machten am Sonntag mit ihren dritten Siegen den Einzug in die nächste Runde klar. Dahinter zog Bosnien&Herzegowina mit einem 92:80 gegen Kroatien mit denselben gleich, was das Rennen um den wichtigen dritten Platz auf die Spitze treibt. Kroatien muss genauso gegen Griechenland gewinnen wie Bosnien-Herzegowina gegen Mazedonien. Gewinnen beide, triumphieren die Bosnier auf Grund des gewonnenen direkten Vergleichs. Verlieren hingegen beide, hätte sogar Finnland im Dreiervergleich (nach einen Sieg am Montag gegen das ausgeschiedene Montenegro) noch eine Chance.

Henrik Dettmanns Finnen schnupperten schon gegen Mazedonien lange am Sieg, aber am Ende triumphierte doch das Team um den in der Zone letztlich unhaltbaren Pero Antic (14 Punkte und 19 Rebounds). Der bullige Power Forward  war es auch, der neun Sekunden vor Schluss beim Stand von 70:69 den spielentscheidenden Rebound nach Kimmo Muurinens Fehlwurf sicherte (Endstand 72:70).

In der ersten Halbzeit noch mit ähnlich vielen Fehlern wie tags zuvor bei der Schock-Niederlage gegen Mazedonien, raffte sich Griechenland nach der Pause noch zu einem souveränen 71:55 über Montenegro auf. Der junge Kostas Koufos behauptete sich im Centerduell mit Montenegros Brecher Nikola Pekovic (15 Punkte) und war mit 19 Zählern Griechenlands Topscorer.

Kroatien hätte mit einem Sieg über Bosnien & Herzegowina den Einzug in die nächste Runde klarmachen können, erlebte aber mit einer 80:92-Niederlage ein wahrscheinlich einen Schlusspunkt unter alle Zwischenrundenträume setzt. Die kroatische Verteidigung zeigte sich von der ersten Minute an unfähig, Bosniens Topscorer Mirza Teletovic (26) und Henry Domercant (239 zu stoppen.

Gruppe D (Klaipeda)

Das schon für die Zwischenrunde qualifizierte Russland landete, einmal mehr angeführt von Andrej Kirilenko (25 Punkte), mit seinem 89:77 über Bulgarien ein Resultat, bei dem sich erst noch erweisen muss, ob es für die Zwischenrunde von Bedeutung ist, denn bekanntlich werden nur die Resultate gegen die Teams mitgenommen, die auch die Zwischenrunde erreichen. Und ob Bulgarien dazu gehört, entscheidet sich erst morgen im Spiel zwischen Georgien und Bulgarien. Definitiv nicht mit nach Vilnius mitgenommen wird Sloweniens 70:61-Sieg über die bereits ausgeschiedenen Belgier.

Die Georgier wahrten ihre Zwischenrundenchance mit einem 69:53 über die Ukraine. Entscheiden für den Erfolg war die solide und sehr geschlossene Verteidigung der Georgier, die auch in der Offensive mit Spielmacher Giorgi Tsintsadze und Manuchar Markoishvili (je 14 Punkte) sehr ausgeglichen agierten. Stark auch der erst 20-jährige Tornike Shengelia mit 12 Punkten und 7 Rebounds in nur 18 Minuten. Nur noch für die Statistik war Sloweniens schwer erkämpfter 70:61-Erfolg gegen die bereits ausgeschiedenen Belgier fließt hingegen definitiv nicht in die Tabelle der nächsten Runde ein.