Nur noch neun Teams ungeschlagen

EM 2011 in Litauen, 2. Spieltag:

Nach zwei Vorrundenspieltagen sind bei der Europameisterschaft in Litauen mit der Türkei, Litauen, Spanien (Gruppe A), Deutschland, Frankreich, Serien (Gruppe B), Griechenland (Gruppe C) sowie Russland und Slowenien (Gruppe C) nur noch neun Teams ungeschlagen.

Gruppe A (Panevezys)

Nach Siegen von Spanien (87:73 über Portugal), der Türkei (90:61 über Großbritannien) und Litauen (97:77 über Polen) hat sich in dieser Gruppe schon die Spreu vom Weizen getrennt. Spanien eröffnete den Spieltag mit einem ungefährdeten 87:73-Spaziergang im iberischen Derby über Portugal. Trainer Sergio Scariolo sorgte dafür, dass alle Akteure ausgiebig Spielzeit bekamen. Pau Gasol war trotzdem mit 20 Zählern in 19 Minuten Topscorer.
Noch deutlicher wurde es im zweiten Spiel, in dem die Türkei Großbritannien 90:61 überrollte. Auch hier war auf Seiten des Siegers Spielzeit für alle angesagt. Der eingebürgerte junge Emir Preldzic benötigte für 15 Punkte und 6 Assists nur 15 Minuten! Gastgeber Litauen machte, angeführt von Spielmacher Mantas Kalnietis (19 Punkte, 6 Assists und 6 Rebounds) auch das dritte Spiel in Panevezys zu einer einseitigen Angelegenheit. Polen konnte nur sechs Minuten mithalten, dann brachen alle Dämme (Endstand 97:77).

Gruppe B (Siauliai)

In der deutschen Gruppe kamen Serbien (92:77 über Lettland) und Frankreich (85:68 über Israel) zu den erwarteten Pflichtsiegen und befinden sich damit zusammen mit Deutschland ungeschlagen bereits auf dem Kurs in Richtung Zwischenrunde. Serbien legte gegen Lettland mit 19:2 einen Blitzstart aufs Parkett, versäumte es aber, diesen Vorsprung zu behaupten oder gar auszubauen. Erst einmal ins Spiel gekommen (29:29), ließen sich die unbekümmerten Letten um Power Forward Rolandas Freimanis (19 Punkte und 8 Rebounds) nicht mehr so leicht abschütteln. Mit 71:65 ging es in die Crunch-Time, in der Serbien mit Center Nenad Krstic (23 Punkte) und Power Forward Dusan Savanovic (19) dann doch seine Überlegenheit geltend machte (Endstand 92:77).
Frankreich erspielte sich gegen Israel im ersten Viertel eine 24:14-Führung, um diese dann mit leichtfertigen Fehlern schnell wieder zu verspielen (34:35). Die Halbzeitpredigt von Trainer Vincent Collet hatte es aber wohl in sich: Frankreich eröffnete den zweiten Durchgang, angeführt vom mit 21 Punkten und 8 Assists erneut überragenden Tony Parker, mit einem furiosen 18:0-Lauf zum 52:35 und verwaltete diesen Vorsprung bis zum 85:68-Endstand routiniert. Die Forwards Nicolas Batum (15) und Mickael Gelabale (13) punkteten ebenfalls zweistellig.

Gruppe C (Alytus)

In Alytus ist mit Griechenland (besiegte Finnland in einer einseitigen Partie mit 19 Punkten und 10 Rebounds von Ioannis Bourousis 81:61) nur noch ein Team ungeschlagen. Dahinter bahnt sich in der „Balkangruppe“ ein packender Vierkampf zwischen den vier Teams aus Ex-Jugoslawien an, nachdem nun auch Bosnien-Herzegowina (94:86 über Montenegro) und Mazedonien (78:76 über Kroatien) ihre ersten Siege eingefahren haben. Die Mazedonier bewiesen große Moral, als sie sich mit ihrem Spielmacher Bo McCalebb (19 Punkte und 5 Assists) im dritten Viertel aus einem 37:49-Rückstand zum 60:60 zurückkämpften. Am Ende eines ausgeglichenen Schlussviertels unterlief Kroatiens Topscorer Dontaye Draper (13 Punkte und 6 Assists) beim 76:76 ein folgenschweren Fehlpass ins Aus, was Mazedoniens Routinier Vlado Ilievski (18 Punkte) die Chance eröffnete, im Gegenzug den Korbleger zum 78:76 zu markieren.

Die Bosnier hatten zuvor Montenegro mit einer mit einer sensationellen Dreierquote von 15/33 den Schneid abgekauft. In einer von beiden Seiten sehr konzentriert geführten hochklassigen Begegnung erspielte sich Bosnien bis zur Pause eine 48:41-Führung, aber Montenegro drehte das Resultat mit einem 13:0-Lauf gleich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Im Schlussviertel ergriffen schließlich Mirza Teletovic (23 Punkte) und der groß aufspielende Nihad Djedovic (19) die Initiative und führten die Bosnier zum 94:86-Sieg. Für Montenegro waren Spielmacher Omar Cook und Center Nikola Pekovic mit je 16 Zählern die erfolgreichsten Werfer.

Gruppe D (Klaipeda)

In Klaipeda sind nach zwei Spieltagen nur noch die beiden Gruppenfavoriten Russland (65:58 über Georgien) und Slowenien (68:64 gegen die Ukraine) ungeschlagen. Bulgarien bleibt nach einem glücklichen, von 18 Führungswechseln geprägten 68:65-Sieg über Belgien im Rennen um den dritten Zwischenrundenplatz. In einer in nahezu allen Aspekten ausgeglichenen Begegnung machte am Ende die bessere Freiwurfbilanz von 83 Prozent (Belgien nur 67 Prozent) den Unterschied zugunsten der wieder von E. J. Rowland (22 Punkte) angeführten Bulgaren aus. Belgien hatte in Sam van Rossom (17) seinen besten Werfer.

Zur Pause schon 27:40 gegen Russland hinten, kämpfte sich Georgien nach dem Seitenwechsel, angetrieben von Manuchar Markoishvili (21 Punkte, 4/7 Dreier), auf 50:52 heran. Doch die Russen blieben ruhig, hatten sie doch den NBA-Star Andrej Kirilenko (20 Punkte) in ihren Reihen, der mit guter Verteidigung und vielen kleinen Dingen in der Schlussphase den Weg zum 65:58-Sieg wies. Slowenien hatte beim schwer erkämpften 68:64 über die vom Spielmacher Steve Burtt (14 Punkte) angeführte Ukraine seinen Helden in Mirza Begic. Der 2,16 m lange Center bewährte sich mit 14 Punkten und 7 Rebounds als Turm in der Schlacht gegen die langen Ukrainer und sorgte dafür, dass Slowenien in der von der ersten bis zur letzten Minute engen Partie nie in Rückstand geriet.