Türkei, Finnland und Georgien komplettieren Zwischenrunde

EM 2011 in Litauen, 5. Spieltag:

Am letzten Tag der Vorrunde sprangen bei der EM in Litauen  mit der Türkei (Gruppe A), Finnland (Gruppe C) und Georgien (Gruppe D) die letzten drei Nationalteams auf den in Richtung Vilnius abfahrenden Zug zur Zwischenrunde auf. Dort beginnt am Mittwoch die zweite Phase der Europameisterschaft in der Gruppe E mit Frankreich (nimmt 2:0 Siege aus der Vorrunde mit), Spanien (1:1), Litauen (1:1), Serbien (1:1), der Türkei (1:1) und Deutschland (0:2) sowie in der Gruppe F mit Mazedonien (2:0), Russland (2:0), Griechenland (1:1), Slowenien(1:1), Finnland (0:2) und Georgien (0:2). Die ersten vier aus jeder dieser beiden Gruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale.

Gruppe A (Panevezys)

Die bereits als Gruppensieger feststehenden Spanier leisteten sich zum Abschluss der Vorrunde eine 57:65-Niederlage gegen die Türkei, die den Iberern noch bitter nachschmecken wird, fließt sie doch in die Zwischenrundetabelle ein. Die Türken haben sich mit diesem Sieg nämlich den dritten Platz und damit das Ticket nach Vilnius gesichert. Polen, das sich mit dem gestrigen Sieg über die Türkei eine Chance auf die Zwischenrunde erspielt hatte, warf diese gleich im ersten Spiel des Tages mit einer 81:88-Niederlage gegen Großbritannien wieder weg.

Ohne eigene Chance auf die Zwischenrunde mobilisierten die zuvor sieglosen Briten bei ihrem Abschied von der EM vor allem unter den Körben (46:25 Rebounds) noch einmal alle Reserven und warfen die Polen mit 28 Punkten ihres NBA-Stars Luol Deng und 27 durch Center Joel Freeland aus dem Wettbewerb (88:81). Im zweiten Spiel des Tages erwischte die Türkei, beflügelt durch die britische Schützenhilfe, Spanien ohne dessen mit einem verletzten Knöchel pausierenden Star Pau Gasol. Spanien verlor das Schlussviertel 2:16 und blieb in den letzten acht Minuten ohne Punkt! Die Türken hatten beim 65:57 in Emir Preldzic ihren Topscorer.

Gruppe B (Siauliai)

In der deutschen Gruppe begann am Montag im letzten Spiel der Vorrunde für Frankreich und Serbien praktisch schon die Zwischenrunde, da das Resultat in die Tabelle der Zwischenrunde einfließt. In einem extrem dramatischen und hochklassigen Basketball-Highlight hatten dabei die Franzosen nach einer Verlängerung mit 97:96 das glücklichere Ende für sich. Tony Parker, mit 24 Zählern und 6 Steals einmal mehr der überragende Spieler der Franzosen,  verpasste zwar am Ende der regulären Spielzeit den Siegtreffer, holte diesen aber am Ende der ersten Verlängerung mit zwei Freiwürfen nach. Serbien hatte in Marko Keselj (7/9 Dreier, 25 Punkte) seinen treffsichersten Spieler.

Gruppe C (Alytus)

In der Gruppe eröffnete Finnland den letzten Spieltag mit einem 71:65 über Montenegro, dass Bosnien-Herzegowina und Kroatien unter Zugzwang setzte. Beide mussten nun ihrerseits Siege nachlegen, um dem Dreiervergleich mit den Finnen aus dem Weg zu gehen, in dem das Team von Trainer Henrik Dettmann vorne liegt. Zunächst scheiterte Kroatien bei diesem Versuch mit 69:74 an Griechenland, im letzten Spiel des Tages scheiterte auch Bosnien-Herzegowina mit 63:75 an Mazedonien, so dass am Ende des Tages tatsächlich Finnland mit der besten Bilanz im Dreiervergleich das letzte Zwischenrundenticket in Händen hatte.

Nicht weniger als 21 Offensivrebounds gegen die bereits ausgeschiedenen Montenegriner bildeten die Grundlage des schwer erkämpften Erfolges der Finnen, die im dritten Viertel angesichts eines 42:49-Rückstand schon das Aus vor Augen hatten, aber vom routinierten Bankspieler Petri Virtanen mit zwei aufeinander folgenden Dreiern zu neuem Leben. Erweckt wurden.

Kroatien wurde gegen Griechenland ein katastrophaler 27:44-Fehlstart in der ersten Halbzeit zum Verhängnis. Zwar startete das Team von Trainer Josip Vrankovic nach der Pause eine große Aufholjagd bis hin zum 63:66. Doch Antonis Fotsis, mit je 17 Punkten zusammen mit Kostas Vasiliadis Griechenlands Topscorer, demoralisierte die Kroaten in der Folge mit zwei Dreiern, die Griechenland zurück in die Spur zum 74:69-Sieg führten.

Bosnien-Herzegowina biss sich bei seiner 63:75-Niederlage die Zähne am mazedonischen Kraftpaket Pero Antic aus, der mit 15 Punkten und 14 Rebounds die Bretter dominierte. Ein sechsminütiger 0:13-Blackout zu Beginn der zweiten Halbzeit besiegelte das Aus der Bosnier. Die Mazedonier um Topscorer Bo McCalebb (22 Zähler) ziehen unterdessen nach ihrem 75:63 sogar mit 2:0 Siegen in die Zwischenrunde ein.

Gruppe D (Klaipeda)

Im entscheidenden Spiel um den dritten Gruppenplatz verschenkte Georgien mit einer 69:79-Niederlage gegen die von EJ Rowland mit 25 Punkten angeführten Bulgarien die Chance, sich aus eigener Kraft für die Zwischenrunde zu qualifizieren. Das Team um Center Viktor Sanikidze (19 Punkte und 9 Rebounds) erhielt aber Schützenhilfe durch die Ukraine, die mit einem Sieg über Belgien in der Tabelle zu Georgien und Bulgarien aufschloss. Dieser Dreiervergleich GEO/BUL/UKR bescherte Georgien am Ende des Tages doch noch ein Happy End und das Ticket nach Vilnius.

Im direkten Duell der beiden schon seit Samstag qualifizierten Tabellenführer Russland und Slowenien ging es anschließend schon um Zwischenrundenpunkte. Dabei sahen die Slowenen um Center Erazem Lorbek (14 Punkte) lange wie der Sieger aus, zumal Russlands Andrej Kirilenko nicht seinen besten Tag hatte. Aber auf der Zielgeraden unterliefen den Slowenen gleich mehrere Ballverluste und Fehler an der Freiwurflinie. Die Russen um Andrej Vorontsevich (18 Punkte) ließen sich diese Chance nicht nehmen und nehmen den wichtigen 65:64-Sieg mit nach Vilnius.