Biografie Sven Schultze

Sven Schultze
Nach wie vor wurfstarker Forward mit ganz viel Herz

Der am 11.Juli 1978 in Bamberg geborene Sven Schultze kommt aus der Jugend des TTL Bamberg und feierte bereits als 17-jähriger in der Saison 1995/96 seinen Einstand in der ersten Bundesliga für die Bamberger. Weitere Spielpraxis sammelte der 206cm große Flügelspieler während seiner Bamberger Zeit mit einer Doppellizenz ausgestattet beim Kooperationspartner TSV Breitengüßbach in der zweiten Liga Süd. Seine guten Leistungen blieben nicht unentdeckt, und so mangelte es dem Jugend- und U22-Nationalspieler im Sommer 1998 auch nicht an Angeboten. Er wechselte schließlich, nachdem sich ein Engagement bei den Telekom Baskets Bonn zerschlagen hatte, zum Bundesligatopteam ALBA Berlin, wo er einen Vierjahresvertrag unterzeichnete und ebenfalls mit einer Doppellizenz für den TuS Lichterfelde in der zweiten Liga Nord ausgestattet wurde.

Im Sommer 2000 wechselte Schultze von der Spree an den Rhein, sein Vertrag bei den Bayer Giants Leverkusen, wo er sich mehr Spielzeit als in Berlin erhoffte, lief drei Jahre. Im Februar 2000 debütierte Schultze in der deutschen A-Nationalmannschaft, schaffte es aber auf Grund wenig überzeugender Leistungen in der Bundesligasaison 2000/01 nicht in den Kader für die Europameisterschaft 2001. In der Saison 2001/2002 stieg seine Formkurve jedoch an, und der damalige Bundestrainer Henrik Dettmann berief ihn ins Aufgebot für die drei EM-Qualifikationsspiele im November 2001. Sven Schultze nutzte diese Chance und war beim Sieg über Zypern mit 21 Punkten bester deutscher Schütze.

Der Auftakt in das Basketball-Jahr 2003, in dem die Europameisterschaft in Schweden (5.-14.September) auf dem Programm stand, verlief für Schultze vielversprechend: Bei den beiden Länderspielen gegen Kroatien und Mazedonien gehörte der DBB-Akteur zu den stärksten deutschen Korbjägern. Bei der Europameisterschaft 2003 wurde er jedoch nur in einem der vier Spiele berücksichtigt.

Ganz anders in Leverkusen. Dort wusste der damals 27-Jährige seine reichlichen Spielanteile zu nutzen, Schultze mauserte sich zu einem Leistungsträger bei den “Riesen vom Rhein” und erzielte knapp zehn Punkte und 3,5 Rebounds in 25,1 Minuten. Auch in der Saison 2004/05 bestätigte Sven Schultze seine Leistungen, erzielte im Schnitt 9,7 Punkte und 3,0 Rebounds. Dann der überraschende Wechsel: Nachdem die Giants die Qualifikation zu den Play-Offs in der BBL verpassten, erhielt Sven Schultze ein Angebot aus Italien. Schultze nahm an und war seit dem 28. April 2005 unter Vertrag beim Erstligisten Armani Mailand. Dort verdiente er sich in den Play-Offs gute Kritiken, lieferte genau das, was von ihm erwartet wurde: Als Back-Up für die Starspieler kam er auf durchschnittlich 15 Minuten Spielzeit, erzielte durchschnittlich fünf Punkte und holte zwei Rebounds.

Seine Mühen blieben nicht unbelohnt, denn Sven Schultze war auch in der folgenden Saison ein festes Mitglied im Kader von Armani Mailand, das sich auch für die Europaliga qualifizierte. Schultze belohnte das Vertrauen mit guten Leistungen bei durchschnittlicher Einsatzzeit von 18 Minuten und kam auf eine außergewöhnliche Dreierquote von 49,2 Prozent. In den Playoffs scheiterte Schultze mit seinen Mailändern im Halbfinale an Bologna.

Bei der Europameisterschaft 2005 in Serbien und Montenegro erzielte Sven Schultze im Durchschnitt 3,1 Punkte und gehört nunmehr zu den legendären “Silberlingen” von Belgrad. Ein Jahr später war Sven Schultzes Rolle bereits eine andere. Bei der Weltmeisterschaft 2006 in Japan spielte er durchschnittlich 14,2 Minuten und erzielte dabei 5,6 Punkte pro Partie. Der positive Trend in der Einwicklung von Sven Schultze im Trikot der deutschen Nationalmannschaft setzte sich in den Vorbereitungsspielen zur Europameisterschaft 2007 in Spanien weiter fort. Umso bitterer die Pille, die Sven selber, aber auch die Verantwortlichen beim DBB schlucken mussten: kurz vor Beginn der Eurobasket stellte Teamarzt Dr. Neundorfer Pulsunregelmäßigkeiten bei Sven Schultze fest. Die folgenden Untersuchungen in Deutschland führten zum EM-Verzicht von Schultze und zu der Nachnominierung von Stephen Arigbabu.

In der Saison 2007/2008 spielte Sven Schultze eine weitere Saison für den italienischen Erstligisten Amatori Udine und beendete die Saison auf dem 16. Tabellenplatz. In der Nationalmannschaft war Sven Schultze durch seine Präsenz auf dem Spielfeld sowie als Antreiber auf der Bank eine wichtige Stütze für das DBB-Team. Beim vorolympischen Qualifikationsturnier sowie bei den Olympischen Spielen kam Schultze im Schnitt auf 4,8 Punkte, 2,8 Rebounds und 0,6 Assists bei 84 Minuten Spielzeit. Auch bei den Olympischen Spielen in Peking war Sven Schultze dabei.

In der Saison 2008/2009 wechselte Sven Schultze in die griechische Liga und spielte dort gemeinsam mit Stephen Arigbabu bei Olimpia Athienitis Larissa. Im Sommer 2009 gehörte er mit seinen mittlerweile 87 Länderspielen zu den erfahrensten deutschen Akteuren im Kader von Bundestrainer Dirk Bauermann und schaffte den Sprung in den EM-Kader. In Polen kam der Forward auf folgende Statistiken: sechs Spiele, 117 Minuten, 6,2 Pkt. im Schnitt, 3,5 Reb. im Schnitt.

Dirk Bauermann sagte nach der EM 2009 über ihn: „Sven hat seine Rolle als neuer Kapitän sensationell gut ausgefüllt. Er ist das Herz und die Seele der Mannschaft. Seine Identifikation und Passion für die Nationalmannschaft sind bewundernswert. Diese Kleinigkeiten, die eigentlich „Großigkeiten“ sind, können gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Sein spielerisches Niveau bei der EM war gewohnt gut. Defensiv war es vielleicht sogar sein stärkster Sommer im Nationalteam. Ich erinnere an seine Zweikämpfe mit Kambala oder Prkacin. Sven ist durch die vielen Dinge, die in keiner Statistik auftauchen, ungemein wertvoll für die Mannschaft.”

Die Spielzeit 2009/2010 begann Schultze beim italienischen Erstligisten aus Biella. Am 7. Februar 2010 wechselte er zu italienischen Erstligisten Carife Ferrara. Nach der Saison gab er am 3. Juni 2010 bekannt, dass er einen Vertrag über zwei Jahre bei ALBA Berlin unterschrieben hat. Dort gelangte er unlängst bis ins Finale, das nur knapp mit 2:3 verloren ging. Der noch immer wurfstarke Forward mit ganz viel Herz kam in der abgelaufenen Spielzeit auf 3,1 Punkte und 1,3 Rebounds im Schnitt. Man darf gespannt sein, ob er in diesem Sommer erneut den Sprung in den EM-Kader schafft.

Stand: 7. Juli 2011

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