Biografie Dirk Bauermann

Dirk Bauermann

Die aktive Laufbahn des Dirk Bauermann war relativ kurz und wurde abrupt durch einen schweren Bandscheibenvorfall beendet. Zwischen 1975 und 1981 spielte der Aufbauspieler mit seinem Klub BBC Krefeld sogar in der Regionalliga. Zu Beginn der achtziger Jahre verbrachte er einige Zeit als Student in den USA, wobei er zeitweilig für die Fresno State University in Kalifornien spielte.

1982 kehrte Dirk Bauermann nach Deutschland zurück und begann seine Trainer-Tätigkeit – zunächst als Nachwuchstrainer bei seinem Krefelder Ex-Klub BBC, dann im Jugendbereich bei Bayer 04 Leverkusen, wo er auch die zweite Herren-Mannschaft betreute. Nachdem er 1986 den A-Trainer-Schein des Deutschen Basketball Bundes (DBB) erworben hatte, zog es ihn wieder nach Kalifornien. Er wurde Assistenztrainer an der Fresno State University und sammelte in dieser Zeit wertvolle Erfahrungen.

Nach zwei Jahren in den USA führte ihn sein Weg wieder zurück nach Deutschland, und Dirk Bauermann landete neuerlich in Leverkusen. Bis 1989 arbeitete er als Assistenztrainer von Jim Kelly, dem amerikanischen Chefcoach der Bayer-Mannschaft, ehe er in der Saison 1989/90 etwas überraschend dessen Nachfolge antrat. Der junge Trainer hatte sofort Erfolg: 1990 errang er das Double und wurde von den Trainerkollegen zum Trainer des Jahres gewählt. Denselben Dreifach-Erfolg konnte Bauermann 1991 erzielen. Nachdem die Mannschaft von Bayer 04 Leverkusen den deutschen Meistertitel praktisch im Abonnement abholte, wurde für Coach Dirk Bauermann das Erreichen einer Europacup-Endrunde das ganz große sportliche Ziel, an dem er allerdings mehrfach knapp scheiterte.

Wie sehr seine Arbeit seitens des DBB inzwischen geschätzt wurde, zeigte die Tatsache, dass der Leverkusen-Coach im Frühjahr 1994 zum neuen, interimistischen deutschen Bundestrainer bestellt wurde. Nach der WM in Toronto kehrte er wieder ausschließlich auf die Bayer-Trainerbank zurück (bis März 1998).

Auf ein neues Engagement musste Dirk Bauermann nicht lange warten. Er übernahm den belgischen Erstligisten Sunair Oostende, mit dem er in der Meisterschaft den Einzug unter die letzten vier schaffte und im Korac-Cup erst im Semifinale am rnadrilenischen Club Estudiantes scheiterte. Nach einer Saison entschied sich der 47-Jährige für ein weiteres Angebot aus dem Ausland und unterzeichnete einen Vertrag beim griechischen Erstliga-Absteiger Apollon Patras. Das geplante dreijährige Engagement in Griechenland endete bereits nach sieben Monaten vorzeitig, da Bauermann durch Intrigen im Hintergrund systematisch das Vertrauen entzogen wurde.

Nach einer Auszeit von ein paar Monaten kehrte Dirk Bauermann bereits im Sommer in die Basketball-Szene zurück, denn er übernahm für eine Spielzeit das Coaching des Bundesligisten Brandt Hagen.

Wieder war Dirk Bauermann einige Monate ohne Trainerstelle, vertrieb sich die Zeit als DSF-Experte, arbeitete als Gast-Dozent an der Kölner Sporthochschule und landete im Sommer 2001 zum zweiten Mal in seiner Trainer-Karriere in Griechenland. Die Arbeit beim griechischen Erstligisten Dafni Athen war diesmal von noch kürzerer Dauer, denn bereits im Herbst 2001 endete nach vier Meisterschaftsrunden und einer ausgeglichenen Bilanz (2:2) sein zweites Hellas-Gastspiel erneut vorzeitig.

Dirk Bauermann bekam aber noch während der Saison 2001/02 unverhofft die nächste Chance, als Bundesligist TSK Bamberg plötzlich ohne Trainer dastand. Bauermann fand bei den Franken ein Team vor, das seinen Vorstellungen von Basketball eher entsprach als dessen unmittelbare Vorgänger. Jedenfalls setzte die Mannschaft sein Konzept in geradezu idealer Weise um, beendete die Meisterschaft nach einer tollen Siegesserie noch auf Rang sieben und lieferte im Viertelfinale dem großen Favoriten auf den Titel, den Telekom Baskets aus Bonn, eine beherzte Serie, die erst im entscheidenden fünften Spiel verloren ging. Die Rehabilitierung war dem Rheinländer im Frankenland gelungen, und daher wurde sein Vertrag sogleich um ein weiteres Jahr verlängert. In der Spielzeit 2002/2003 war er mit seiner Mannschaft sogar noch erfolgreicher und wurde Deutscher Vizemeister. Die Spielzeit 2003/2004 bedeutete eine Fortsetzung dieser erfolgreichen Arbeit. Nach einem fünften Platz in der Vorrunde drehten die Bamberger in den Play-Offs richtig auf. Nachdem Oldenburg im Viertelfinale glatt in drei Spielen bezwungen wurde, wartete im Halbfinale Serienmeister Alba Berlin. In einer spannenden Serie setzte sich das Bauermann-Team schließlich im fünften Spiel bei den Albatrossen durch und stand verdient im Finale. Dort warteten die Frankfurt Skyliners, denen man sich aber in fünf Spielen geschlagen geben musste.

Die Krönung in Bamberg folgte zum Abschluss der Saison 2004/2005, als Dirk Bauermann und sein Team “endlich” die Deutsche Meisterschaft an die Regnitz holten. Erneut waren die Opel Skyliners der Gegner einer hochklassigen Finalserie. Durch die Meisterschaft eröffnete sich Bauermann und den Bambergern zum ersten Mal die Chance auf die Euroleague, die sie auch grandios nutzten. Nach einer äußerst erfolgreichen Vorrunde stand unter seiner Regie erstmals überhaupt eine deutsche Mannschaft unter den “Top 16″ in diesem Wettbewerb. In der nächsten Runde schieden die Bamberger allerdings gegen Topteams aus.

In der Saison 2005/2006 scheiterte er im fünften Spiel in der Schlusssekunde mit GHP Bamberg im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft gegen RheinEnergie Köln und konnte somit seine Titelsammlung nicht weiter ausbauen. In diesem Jahr konnte er jedoch mit den Brose Baskets Bamberg den Titel gewinnen und seine neunte Meisterschaft als Trainer feiern.

Dirk Bauermann stammt aus Oberhausen, wollte ursprünglich Lehrer werden und begann nach dem Abitur die Fächer Sport und Englisch für das Lehramt der Sekundarstufe II zu studieren. Nach dem ersten Staatsexamen in Aachen trat er die fällige Referendarzeit allerdings nicht mehr an und entschied sich, die weitere berufliche Ausbildung zu Gunsten seiner Basketball-Ambitionen aufzugeben. Privat lebt Dirk Bauermann seit 1989 in Köln – zusammen mit seiner Ehefrau Kerstin und Tochter Kim (geboren 1992).

Im Sommer 2004 zeigte sich deutlich, dass Dirk Bauermanns “Lehrlinge” seine Spielphilosophie schnell einverleibt haben. In den Partien brillierten Deutschlands Beste mit harter Defense und stark teamorientierter Offense. So gelang Dirk Bauermann nicht zuletzt durch die erfolgreiche EM-Qualifikation ein guter Neuanfang als Bundestrainer.

Es schlossen sich mit dem Gewinn der Silbermedaille bei der EM 2005, dem 8. Platz bei der WM 2006 und dem 5. Platz bei der EM 2007 große Erfolge mit der Nationalmannschaft an. Nach der BBL-Saison 2007/2008 gab Dirk Bauermann bekannt, nicht mehr länger Vereinstrainer bei den Brose Baskets Bamberg und Bundestrainer in Personalunion sein zu wollen. Er entschied sich für ein langfristiges Engagement beim DBB, das neben der Arbeit als verantwortlicher Trainer für den A-Kader auch die Entwicklung eines Jugendkonzeptes beinhaltet.

Im Jahr 2008 schaffte der Coach mit seinem Team die lang ersehnte Qualifikation für die Olympischen Spiele in Peking. Dort gelang zwar “nur” ein Sieg bei vier Niederlagen, aber für alle Beteiligte war es ein unvergessliches Erlebnis. 2009 schließlich baute Dirk Bauermann in einer völlig neu formierten Mannschaft ohne Dirk Nowitzki zahlreiche Youngster – teilweise aus der 2. und 3. Liga – in den Kader ein und sorgte bei der EM 2009 mit der von vielen “Experten” nicht erwarteten Qualifikation für die Zwischenrunde für einen Paukenschlag.

Nach der WM 2010 in der Türkei (Qualifikation durch Wildcard der FIBA) und dem unglücklichen Ausscheiden in der Vorrunde wurde Bauermann auch wieder als Clubtrainer aktiv und kümmert sich seitdem um das ambitionierte Projekt Basketball im FC Bayern München (ProA), das zur Spielzeit 2011/2012 unter seiner Leitung in der Beko-BBL fortgesetzt wird.

Dirk Bauermanns Stationen als Trainer:

bis 1981: BBC Krefeld (Nachwuchs)
1983 – 1986: Bayer 04 Leverkusen (Jugend und 2. Herren)
1986 – 1988: Fresno State University/USA (Assistenztrainer)
1988/89: Bayer 04 Leverkusen (Assistenztrainer)
1989 – 1998: Bayer 04 Leverkusen (Cheftrainer)
1994: interimistischer DBB-Bundestrainer
1998/99: Sunair Oostende
1999/2000: Apollon Patras (2. Liga)
2000/2001: Brandt Hagen
Herbst 2001: Dafni Athen (1. Liga)
2001 bis 2008: TSK Bamberg, GHP Bamberg, Brose Baskets Bamberg
seit 2010: FC Bayern München
11/2003 – 09/2011: Bundestrainer

Erfolge als Trainer:
Deutscher Meister 1990, 1991, 1992, 1993, 1994, 1995, 1996, 2005, 2007
Deutscher Vizemeister 2003, 2004
Deutscher Pokalsieger 1990, 1991, 1993, 1995
WM-Zwölfter 1994
Europapokal 1991 – 1996 (jeweils vor Play-offs gescheitert)
Europapokal 1997 (Final Eight verpasst)
Semifinalist Korac-Cup 1998
Trainer des Jahres 1990, 1991, 2002/2003
EM-Zweiter 2005
WM-Achter 2006
EM-Fünfter 2007
Olympiaqualifikation 2008
Olympia-Zehnter 2008

Bilanz als Interims-Bundestrainer:
– 20 Spiele, 9 Siege, 11 Niederlagen, 1.572:1.633 Korbpunkte
– 1. Spiel als Bundestrainer am 25. Juni 1994 in Ulm gegen Tschechien: 80:87
– letztes Spiel als Interims-Bundestrainer am 13. August in Hamilton gegen Brasilien: 71:93
– höchster Sieg: 07. August 1994 in Toronto gegen Ägypten: 78:56
– höchste Niederlage: 6. Juli 1994 in Charlotte gegen die USA: 81:114

Bilanz als Bundestrainer (ab 11/2003):
- 137 Spiele, 78 Siege, 59 Niederlagen, 10.090:9.838 Korbpunkte
– 1. Spiel als Bundestrainer am 30. Juli 2004 in Trier gegen Estland: 89:48
– höchster Sieg: 20. August 2005 gegen Niederlande: 96:51
– höchste Niederlage: 18. August 2008 in Peking (Olympia) gegen die USA: 57:106

Stand: 19. September 2011 (teilweise entnommen aus dem Munzinger-Archiv)

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